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| Wohnen (Mieten oder Kaufen) |
Mietwohnungen sind in Spanien nicht sehr verbreitet, die meisten kaufen lieber eine Wohnung. Die Immobilienpreise sind in Spanien in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen, was sich natürlich auch auf die Mietpreise ausgewirkt hat.
Eine gute Wohnung zu einem akzeptablen Preis werden Sie kaum vor Ihrer Ankunft in Spanien finden. Die Suche ist meist sehr zeitraubend, nervenaufreibend und die meisten Vermieter möchten ihre Mieter vor der Vertragsunterzeichnung persönlich kennen lernen. Die Qualität der Wohnungen variiert beträchtlich. Bitte keinen nordeuropäischen Standard erwarten! Also deshalb keine unbesichtigte Wohnung anmieten. Wenn die ganze Familie mit nach Spanien soll, am besten erst nachholen, sobald die Wohnung gefunden ist.
Falls Sie jedoch unbedingt schon vor Ihrer Ankunft eine Unterkunft organisieren müssen, stehen natürlich auch Makler - agencias inmobiliarias (die Provision liegt hierbei bei einer Monatsmiete) oder Vermittlungsagenturen - agencias inmobiliarias (ca. €60-120) zur Verfügung.
Ihre Wohnungssuche kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie schon vorab wissen, was Sie suchen und natürlich wo. In Spanien werden viele Wohnungen "auf der Straße" annonciert. An vielen leeren Wohnungen finden sie ein rotes Schild mit der Aufschrift se aquila (zu vermieten) in einem der Fenster oder an der Hauseingangstür, deshalb ist es wichtig, in "Ihrem" Stadtviertel die Straßen abzulaufen. Wohnungsanzeigen sind auch in Universitäten und Sprachschulen ausgehängt oder befinden sich an Straßenlaternen oder sonstigen Flächen. In größeren Gebäuden kann es sich auch lohnen den Hausmeister am Eingang zu fragen.
Angesichts der Wohnraumknappheit werden viele gute Unterkünfte gar nicht erst offiziell annonciert, sondern über persönliche Kontakte vergeben. Viele Vermieter bevorzugen "bekannte" Mieter. Sprechen Sie also mit Freunden, Arbeitskollegen. Lassen Sie jeden wissen, dass Sie auf Wohnungssuche sind. Je mehr Menschen von Ihrer Suche wissen, desto eher erhalten Sie einen brauchbaren Hinweis.
Die größte Auswahl an Wohnraum bieten Kleinanzeigen in Zeitungen und lokale Zeitschriften. Leider ist der Wettbewerb um die annoncierten Wohnungen jedoch meist äußerst hoch, auf manche Anzeigen melden sich bis zu 100 Interessenten.
Sofern eine Telefonnummer angegeben ist, so früh wie möglich anrufen, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren (ab ca. 7.30 Uhr). Falls Sie morgens niemanden erreichen, mittags (ca. 13.00-16.00 Uhr) oder abends (ca. 20.00-22.00 Uhr) wieder versuchen. Auf den Anrufbeantworter zu sprechen ist in den meisten Fällen sinnlos, da Sie nicht zurückgerufen werden.
Sind sie an einer Wohnung interessiert sind, vereinbaren sie so schnell wie möglich einen Besichtigungstermin. Andernfalls wird die Wohnung eventuell schon vorher vergeben, auch wenn es sich nur um Stunden handelt.
Ziehen Sie sich konservativ an und bereiten Sie sich auf mögliche Fragen des Vermieters zu Ihrer Lebens- und Arbeitssituation vor. Falls Ihr Spanisch noch nicht fließend ist, sollten Sie einen Muttersprachler mitbringen.
Oftmals ist es sinnvoll, schon zur Besichtigung eine gewisse Menge an Bargeld für eine Mietanzahlung mitzubringen. Damit signalisieren Sie dem Vermieter, dass Sie die Wohnung tatsächlich nehmen und es sich nicht später wieder anders überlegen. Falls Sie ein bis zwei Tage bis zu Ihrer endgültigen Entscheidung überlegen, wird die Wohnung oftmals schon an einen anderen Interessenten vergeben sein.
Ein typischer Mietvertrag wird für eine Mindestlaufzeit von einem Jahr abgeschlossen, die anschließenden Kündigungsfristen variieren. Falls der Vertrag eine Inventarliste enthält (z.B. für Möbel oder elektrische Geräte), bitte sicherstellen, dass alle Gegenstände vorhanden sind und auch funktionieren. Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Zusagen für spätere Reparaturen, sondern lassen Sie sich diese schriftlich geben.
Je nach Art des Mietvertrages enthält die Monatsmiete bereits einige oder alle Nebenkosten (gastos de la comunidad). Zu den Nebenkosten zählen beispielsweise die Kosten für den Hausmeister, die Hausinstandhaltung, die Flurreinigung, Müllabfuhr sowie manchmal Heizungs-, Wasser- und Stromkosten. Vergewissern Sie sich, welche Nebenkosten im Mietpreis enthalten sind. Vor allem die Heizkosten können in schlecht isolierten Altbauten oftmals recht hoch sein. Die meisten Vermieter verlangen eine Kaution (fianza) von einer Monatsmiete, bei möblierten Wohnungen manchmal auch zwei Monatsmieten. Eine höhere Kautionszahlung sollten Sie vermeiden. In manchen Fällen können Sie auch vereinbaren, dass die Kaution mit der letzten Monatsmiete verrechnet wird.
Angesichts des umfangreichen Mieterschutzes verlangen viele Vermieter von Ihren Mietern zusätzliche Garantien. Falls Sie angestellt sind, sollten Sie einen Gehaltsnachweis (nómina) vorlegen. Als Student sollten Sie sich einen Nachweis Ihrer Universität besorgen, der ausreichende finanzielle Mittel zur Deckung Ihrer Lebenshaltungskosten bescheinigt. Manche Vermieter wünschen einen aval bancario. Hierbei handelt es sich um eine Bescheinigung Ihrer Bank, in der sich diese verpflichtet, eventuelle Mietschulden auszugleichen. Da diese meisten avals auf eine Jahresmiete ausgelegt sind, müssen Sie in diesem Fall die gesamte Miete für zwölf Monate zinslos bei der Bank hinterlegen und hierfür auch noch eine Gebühr zahlen.
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