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Gehalt und Arbeitszeiten

Die Lebenshaltungskosten in Spanien liegen unterhalb der EU-Durchschnitts, vor allem außerhalb der großen Städte wie Madrid und Barcelona. Dementsprechend niedrig sind leider auch die Gehälter.

Die Löhne werden in Spanien per Tarifvertrag oder individuellem Vertrag festgelegt und enthalten folgende Bestandteile: Grundlohn (Salario base),Lohnzuschläge (Complementos salariales), zum Beispiel Gewinnbeteiligung und Fahrtkostenzuschüsse, Zulagen aufgrund der besonderen Verantwortung oder Art der Beschäftigung (Complementos del Puesto de Trabajo) wie Härte, Giftigkeit, Gefahr, Schicht- oder Nachtarbeit, Produktionsprämien, Verpflegungs- und Unterkunftszuschüsse. Arbeitnehmer haben das Recht auf jährlich mindestens zwei Zusatzlöhne (Pagas extraordinarias), die in der Regel zu Weihnachten und im Sommer gezahlt werden.

Falls Sie aus Nordeuropa kommen, sollten Sie sich daher auf einen ernsten Gehaltsschock vorbereiten. Praktika sind in Spanien meistens unbezahlt. Gehälter werden normalerweise in Monatsgehältern angegeben. Der berufsübergreifende gesetzliche Mindestlohn (Salario mínimo interprofesional, kurz: S.M.I.) beträgt aktuell für jede Tätigkeit in Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungssektor (unabhängig von Geschlecht und Alter) 18,03 € pro Tag oder 540,90 € pro Monat. Der Jahreslohn darf für eine Vollzeitbeschäftigung inklusive Zuschlägen 7.572,60 € nicht unterschreiten. Für Hausangestellte, die stundenweise bezahlt werden, liegt das Minimum bei 4,23 € pro Arbeitsstunde.

Wie viel man verdient, ist je nach Branche, Region, Unternehmensgröße und Betriebszugehörigkeit unterschiedlich. In Madrid (2.628 €) sind die durchschnittlichen Bruttomonatsgehälter am höchsten, in Extremadura (1,822 €) am niedrigsten. Der Jahresbruttoverdienst beträgt in Spanien durchschnittlich 21.060 € (Deutschland: 34.620 €). Am höchsten sind die Jahresgehälter im Kredit- und Versicherungsgewerbe (37.780 €) und mit etwa 14.820 € am niedrigsten in der Gastronomie. Folgende Jahresgehälter sind bei bis zu fünf Jahren Berufserfahrung üblich (Angaben ohne jährliche Sonderzahlungen, Zuschläge, andere Zuzahlungen): Für eine einfache Verwaltungstätigkeit erhält ein Mann ein Jahresgehalt von 15.171 € (Stunde: 7,29 €), eine Frau 10.542 € (Stunde: 5,07 €). Ein Elektriker verdient 12.495 € (6,01 €), eine Krankenschwester 8.554 € (4,11 €), ein Programmierer 14.915 € (7,17 €), ein Arzt 16.850 € (8,10 €) und ein Elektroingenieur 16.986 € (8,17 €). Unter www.tusalario.es können Sie sich über aktuelle Gehälter in Spanien erkundigen und sich das Durchschnittseinkommen in Ihrem Beruf ausrechnen lassen. Eine weitere Infoquelle ist das spanische Institut für Statistik (www.ine.es).

Die traditionellen Arbeitszeiten sind in Spanien montags bis freitags von 9.00/9.30 bis 13.30/14.00 Uhr. Nach ein paar Stunden Mittagszeit mit ausgiebiger siesta kehren die Spanier von 16.30/17.00 bis 19.30/20.00 Uhr an Ihren Arbeitsplatz zurück.

Seit einigen Jahren zeichnet sich allerdings ein Trend zur Verkürzung der Mittagspause und einem früheren Dienstschluss ab, vor allem in den großen Städten. Zudem hängen die Arbeitszeiten stark von der jeweiligen Industrie und den einzelnen Unternehmen ab.

Während der Sommermonate führen viele Unternehmen einen so genannten horario intensivo ein, bei dem ohne Pause von 8.00/9.00 bis 15.00 Uhr gearbeitet wird. Der Vorteil: Sie haben den ganzen Nachmittag frei und können die warmen Sommernachmittage genießen!

In Bezug auf Feiertage und Ferien ist Spanien ein angenehmes Arbeitsland. Laut Gesetzgebung hat jeder Arbeitnehmer Anrecht auf einen kompletten Urlaubsmonat im Jahr, der normalerweise im August genommen wird. Hinzu kommen zahlreiche nationale und regionale Feiertage. Wenn diese auf einen Dienstag oder Donnerstag fallen, erhalten die meisten Angestellten einen Extra-Urlaubstag für ein langes Wochenende namens puente (Brücke).

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